27.01.2015 16:54

Milchindustrie rechnet für 2015 mit Milchpreis von 30 Cent bis 31 Cent

Der Milchindustrie-Verband (MIV) hält für das laufende Kalenderjahr einen durchschnittlichen Milchpreis von 30 Cent bis 31 Cent pro Kilogramm für möglich, „sofern sich keine weitreichenden politischen oder wirtschaftlichen Krisen ereignen“.

Wie der MIV-Vorsitzende Dr. Karl-Heinz  Engel am Dienstag vergangener Woche in Berlin erläuterte, sind für die nächsten Monate die Aussichten am Milchmarkt „zunächst schwierig und mit Unsicherheiten behaftet“.

Produktion auf hohem Niveau

Insgesamt befinde sich die Milchproduktion zu Beginn 2015 in Deutschland wie in Europa immer noch auf dem vergleichsweise hohen Niveau des Vorjahres, stellte Engel des Weiteren fest. Jedoch sei hierzulande mittlerweile ein Rückgang in der Milcherzeugung zu bemerken. Im Jahr 2014 sei die Milchproduktion insgesamt erneut gegenüber dem Vorjahr gesteigert worden, führte Engel weiter aus.

In Deutschland sei mit mehr als 31 Mio. t so viel Milch produziert worden wie noch nie zuvor. Das Niveau bei den Produzentenpreisen sei dennoch im ersten Halbjahr 2014 noch vergleichsweise hoch gewesen, so dass ein durchschnittlicher Milchpreis von etwa 37 Cent netto je Kilogramm bei 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiss am Ende stehen werde. Dies entspreche dem mittleren Preis von 2013.

Günstiges Futter

Nicht nur in Deutschland und Europa sei die Milchproduktion im Jahr 2014 deutlich ausgeweitet worden, sondern auch in den USA und Neuseeland, berichtete Engel. Allein das zusätzliche Milchaufkommen gegenüber 2013 in den sieben wichtigen Exportländern habe in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres 8,3 Mio t betragen.

Ursächlich hierfür seien nicht zuletzt das auch international vergleichsweise hohe Preisniveau, günstige Witterungsbedingungen für die Grundfuttererzeugung sowie niedrige Faktorkosten für zugekaufte Futtermittel und Treibstoffe gewesen. Da die globale Produktion stärker gestiegen sei als die Nachfrage, seien die Milcherlöse im zweiten Halbjahr von 2014 an den internationalen Märkten deutlich zurückgegangen, erklärte der MIV-Vorsitzende.

Die Kaufzurückhaltung Chinas in der zweiten Jahreshälfte sowie das durch Russland ausgesprochene Embargo unter anderem für Milchprodukte aus der EU hätten hier zu weiteren Irritationen geführt. „Diese Entwicklung setzte sich zeitverzögert auch an den europäischen und deutschen Märkten fort, so dass auch hier ein regional unterschiedlich stark ausgeprägter Rückgang in den Produzentenpreisen festzustellen ist“, so Engel.

Megatrend positiv

Die weltweite Nachfrage nach Milchprodukten entsprach 2014 laut MIV-Angaben einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 109,6 kg. Der globale Megatrend für Milchprodukte sei positiv. Zudem sendeten die Märkte seit wenigen Wochen stabilisierende beziehungsweise aufstrebende Signale aus. Doch nicht nur Milchbauern und Verarbeiter stünden vor den Herausforderungen der nächsten Monate, sondern auch die Politik sei aufgerufen, Marktzugänge zu erhalten und auszubauen und damit die einheimische Milchwirtschaft zu unterstützen, betonte Engel.

Entscheidend für den weiteren Verlauf am deutschen Milchmarkt werde sein, inwieweit national wie international die Milcherzeuger auf die Preissignale reagierten und ihre Produktion dementsprechend ausrichteten, erklärte der MIV-Vorsitzende. Fast die Hälfte der deutschen Milch gehe in Form von Milchprodukten in andere Länder. Umgekehrt werde auch eine erhebliche Menge importiert.

Der deutsche Milchindustrie-Verband (MIV) hält für das laufende Kalenderjahr einen durchschnittlichen Milchpreis von 30 Cent bis 31 Cent pro Kilogramm für möglich.

News

31.12.2018 11:13

Wichtige Termine für Landwirte und Landwirtinnen im 2019

Auch im 2019 stehen bei uns wichtige Termine an. So erinnere ich euch gerne an die folgenden Daten, an welchen die Datenerhebungen über https:/agriportal.ai.ch erfolgen sollten:

Do, 24. Jan. bis Mo, 18. Feb.: "Strukturdatenerhebung"

Fr, 15. März bis Sa, 31. Aug.: "Schleppschlauch"

Mo, 5. Aug. bis Do, 29. Aug.: "Anmeldung Ökoprogramme"

 

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07.06.2018 19:31

SR gegen Milchmengensteuerung

Vor fast zehn Jahren ist die Milchkontingentierung abgeschafft worden. Nach einstimmiger Auffassung des Ständerates sollen trotz Überproduktion und starkem Preisdruck keine neuen Regulierungen von Mengen und Preisen eingeführt werden.

Die kleine Kammer befasste sich am Mittwoch mit drei Vorstössen zum Milchmarkt. Es waren Standesinitiativen der Kantone Genf und Freiburg sowie eine Motion des Waadtländer Nationalrats Jacques Nicolet (SVP). Auf Empfehlung seiner Wirtschaftskommission (WAK) lehnte der Rat alle stillschweigend und oppositionslos ab.

 

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14.05.2018 17:34

Mehr Preistransparenz ist nötig

Vom Konsumentenfranken gelangt immer weniger zu den Bauernfamilien. Das hat auch mit der mangelnden Transparenz zu tun. Alt Nationalrat Josef Kunz fordert nun, dass der Produzentenpreis auf die Etikette kommt.

Verarbeiter und Händler schöpfen immer mehr vom Konsumentenfranken ab. Bei verarbeiteten Produkten kann es sein, dass gar nur wenige Prozente des Endverkaufspreises zum Bauern gelangen. So kosten 1,5 Liter Apfelschorle von Ramseier im Coop Fr. 2.60. Davon gehen lediglich 33,4 Rappen zum Obstproduzenten.

Beim 230-Milliliter-Becher vom Emmi-Milchmischgetränk Caffè Latte zum Verkaufspreis von Fr. 1.95 sind es nur 4,2 Rappen, die zum Milchproduzenten gelangen. Diese Zahlen errechnete und publizierte diese Zeitung bereits im Juli 2016.  

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