21.11.2011 15:43

Bauernverband macht Ernst: Swissness-Volksinitiative beschlossen

Der Schweizerische Bauernverband macht Druck auf das Parlament: Falls dieses die Swissness-Vorlage verwässert, starten die Bauern eine Volksinitiative. Sie wollen sicherstellen, dass nur da Schweiz drauf steht, wo auch Schweiz drin ist.

Die Delegierten des Bauernverbandes befürworteten am Donnerstag an ihrer Jahresversammlung in Granges-Paccot FR einstimmig die Lancierung einer Swissness-Volksinitiative. Ob aber tatsächlich Unterschriften gesammelt werden, hängt vom Parlament ab.

Dieses berät in den nächsten Sessionen die Swissness-Vorlage des Bundesrates. Wird die Vorlage auf Druck der Lebensmittelindustrie aufgeweicht, wollen die Bauern die Initiative definitiv lancieren.

Der Präsident des Bauernverbandes, SVP-Nationalrat Hansjörg Walter, sagte in seiner Rede vor den Delegierten, dass grosse Teile der Lebensmittelindustrie Produkte auch dann mit dem Schweizerkreuz bewerben möchten, wenn darin gar keine Schweizer Rohstoffe vorkommen würden. «Das ist unschicklich.»

Der Bauernverband erachte die Swissness-Vorlage als enorm wichtig für die Schweizer Landwirtschaft, sagte Walter. «Wir lassen uns von der Industrie nicht in die Knie zwingen.»

80-Prozent-Regel

Die Swissness-Gesetzesvorlage des Bundesrates sieht eine 80- Prozent-Regel vor: Ein Produkt kann als Schweizer Produkt bezeichnet werden, wenn 80 Prozent des Rohstoffgewichts aus der Schweiz stammen. Werbung mit dem Schweizer Kreuz für Bündnerfleisch aus ausländischem Fleisch wäre somit nicht mehr möglich.

Ausnahmen sollen für Rohstoffe gelten, die es in der Schweiz nicht gibt, zum Beispiel Kakao. Auch wenn Schweizer Rohstoffe infolge eines Unwetters nicht verfügbar sind, soll ausnahmsweise auf ausländische Rohstoffe zurückgegriffen werden.

Im Parlament kam der Vorschlag des Bundesrates nicht gut an: Geht es nach der Rechtskommission des Nationalrates, sollen bei stark verarbeiteten Lebensmittel nur 60 Prozent der Rohstoffe aus der Schweiz stammen müssen. Der Bauernverband steht hinter der 80-Prozent-Regel.

Noch nicht bei der Bundeskanzlei

Die angekündigte Volksinitiative des Bauernverbandes trägt den Namen «Für eine glaubwürdige Swissness». Der Initiativtext stehe bereits, sagte SBV-Sprecherin Sandra Helfenstein auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Er sei aber noch nicht zur Vorprüfung bei der Bundeskanzlei eingereicht worden.

Positive Erfahrungen mit Volksinitiativen hat der Bauernverband schon gesammelt: Im Jahr 2005 brachten die Bauern zusammen mit Umweltorganisationen, SP und Grünen ein Gentech-Moratorium durch. Die Volksinitiative «Für Lebensmittel aus gentechnikfreier Landwirtschaft» wurde klar mit 55,7 Prozent angenommen.

Die Delegierten des Bauernverbandes befürworteten einstimmig die Lancierung einer Swissness-Volksinitiative.

News

31.12.2018 11:13

Wichtige Termine für Landwirte und Landwirtinnen im 2019

Auch im 2019 stehen bei uns wichtige Termine an. So erinnere ich euch gerne an die folgenden Daten, an welchen die Datenerhebungen über https:/agriportal.ai.ch erfolgen sollten:

Do, 24. Jan. bis Mo, 18. Feb.: "Strukturdatenerhebung"

Fr, 15. März bis Sa, 31. Aug.: "Schleppschlauch"

Mo, 5. Aug. bis Do, 29. Aug.: "Anmeldung Ökoprogramme"

 

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07.06.2018 19:31

SR gegen Milchmengensteuerung

Vor fast zehn Jahren ist die Milchkontingentierung abgeschafft worden. Nach einstimmiger Auffassung des Ständerates sollen trotz Überproduktion und starkem Preisdruck keine neuen Regulierungen von Mengen und Preisen eingeführt werden.

Die kleine Kammer befasste sich am Mittwoch mit drei Vorstössen zum Milchmarkt. Es waren Standesinitiativen der Kantone Genf und Freiburg sowie eine Motion des Waadtländer Nationalrats Jacques Nicolet (SVP). Auf Empfehlung seiner Wirtschaftskommission (WAK) lehnte der Rat alle stillschweigend und oppositionslos ab.

 

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14.05.2018 17:34

Mehr Preistransparenz ist nötig

Vom Konsumentenfranken gelangt immer weniger zu den Bauernfamilien. Das hat auch mit der mangelnden Transparenz zu tun. Alt Nationalrat Josef Kunz fordert nun, dass der Produzentenpreis auf die Etikette kommt.

Verarbeiter und Händler schöpfen immer mehr vom Konsumentenfranken ab. Bei verarbeiteten Produkten kann es sein, dass gar nur wenige Prozente des Endverkaufspreises zum Bauern gelangen. So kosten 1,5 Liter Apfelschorle von Ramseier im Coop Fr. 2.60. Davon gehen lediglich 33,4 Rappen zum Obstproduzenten.

Beim 230-Milliliter-Becher vom Emmi-Milchmischgetränk Caffè Latte zum Verkaufspreis von Fr. 1.95 sind es nur 4,2 Rappen, die zum Milchproduzenten gelangen. Diese Zahlen errechnete und publizierte diese Zeitung bereits im Juli 2016.  

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