14.05.2018 17:34

Mehr Preistransparenz ist nötig

Vom Konsumentenfranken gelangt immer weniger zu den Bauernfamilien. Das hat auch mit der mangelnden Transparenz zu tun. Alt Nationalrat Josef Kunz fordert nun, dass der Produzentenpreis auf die Etikette kommt.

Verarbeiter und Händler schöpfen immer mehr vom Konsumentenfranken ab. Bei verarbeiteten Produkten kann es sein, dass gar nur wenige Prozente des Endverkaufspreises zum Bauern gelangen. So kosten 1,5 Liter Apfelschorle von Ramseier im Coop Fr. 2.60. Davon gehen lediglich 33,4 Rappen zum Obstproduzenten.

Beim 230-Milliliter-Becher vom Emmi-Milchmischgetränk Caffè Latte zum Verkaufspreis von Fr. 1.95 sind es nur 4,2 Rappen, die zum Milchproduzenten gelangen. Diese Zahlen errechnete und publizierte diese Zeitung bereits im Juli 2016.  

Transparenz schaffen

Erst kürzlich bestätigte das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW), dass der Anteil der Produzenten am Konsumentenfranken weiter gesunken sei. In einem Bericht zu einem Postulat des Bauernverbandsdirektors und Nationalrats Jacques Bourgeois (FDP, FR) hielt der Bundesrat fest: «Der Detailhandelspreis wird heute mehr von den Arbeitskosten, den Kosten für Infrastruktur und Vertrieb sowie für Marketing und Energie bestimmt als von den landwirtschaftlichen Rohstoffen, die nur noch etwa 20% des Endpreises ausmachen.» 

Die anhaltende Misere bei den Produzentenpreisen ruft nun alt SVP-Nationalrat Josef Kunz aus Grosswangen LU auf den Plan. Er fordert, dass die Detailhändler auf die Etikette schreiben sollen, was sie den Bauern für das Ausgangsprodukt tatsächlich  bezahlt haben. «So würde  ein positiver Preiswettbewerb nach oben entstehen, denn die Konsumenten wollen, dass der Bauer für die Produkte, die er liefert, korrekt bezahlt wird», sagt Kunz im Interview mit dem «Schweizer Bauer». Wenn ein Detailhändler den Mut habe, mit gutem Beispiel voranzugehen, würden die Konsumenten von den anderen verlangen, dass sie nachzögen. 

Eine Studie

Der niedrige Anteil der Landwirtschaft am Konsumentenfranken müsse immer wieder zum Thema gemacht werden, sagt auch Martin Rufer, der beim Schweizer Bauernverband das Departement Produktion, Märkte und Ökologie leitet.

«Jede Massnahme, welche die Preistransparenz auf den Märkten verbessert, ist richtig.» Denn die Konsumenten wären durchaus bereit, mehr zu zahlen, wenn sie wüssten, dass dies den Bauernfamilien zugute käme. Der Bauernverband lasse derzeit an der Hochschule Hafl in Zollikofen BE eine Studie zur Verteilung der Margen bei der Milch erstellen.

In einem Becher Caffè Latte von 2,3 dl Inhalt, für rund 2 Franken im Verkauf, ist Milch ab Hof für weniger als 5 Rappen drin. Josef Kunz fordert, dass dies angegeben werden muss.

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14.05.2018 17:34

Mehr Preistransparenz ist nötig

Vom Konsumentenfranken gelangt immer weniger zu den Bauernfamilien. Das hat auch mit der mangelnden Transparenz zu tun. Alt Nationalrat Josef Kunz fordert nun, dass der Produzentenpreis auf die Etikette kommt.

Verarbeiter und Händler schöpfen immer mehr vom Konsumentenfranken ab. Bei verarbeiteten Produkten kann es sein, dass gar nur wenige Prozente des Endverkaufspreises zum Bauern gelangen. So kosten 1,5 Liter Apfelschorle von Ramseier im Coop Fr. 2.60. Davon gehen lediglich 33,4 Rappen zum Obstproduzenten.

Beim 230-Milliliter-Becher vom Emmi-Milchmischgetränk Caffè Latte zum Verkaufspreis von Fr. 1.95 sind es nur 4,2 Rappen, die zum Milchproduzenten gelangen. Diese Zahlen errechnete und publizierte diese Zeitung bereits im Juli 2016.  

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